Die Feuerbestattung

Die Feuerbestattung

Die Moderne und Kostengünstige Art

Historische Entwicklung

Die Feuerbestattung ist in vielen Kulturen gebräuchlich und fest verankert. Das Christentum allerdings lehnte diese Form der Bestattung Jahrhundertelang ab. Grund hierfür ist der Christliche Glaube, der an eine Auferstehung nach dem Tode glaubt. Daher orientiert sich das Christentum an der Grablegung Jesus Christi was zu einer Erdbestattung führte.

Erst im Jahre 1878 wurde das erste Krematorium in Gotha eröffnet. In der damaligen Zeit stand jedoch der Großteil der Bevölkerung der Kremation ablehnend gegenüber. Dies ist sicher insbesondere auch auf die damalige Katholische Kirche zurückzuführen, da Papst Leo XIII die Verbrennung eines Leichnams eine „barbarische Sitte“ nannte. Die Evangelische Kirche stand der Kremation ebenfalls eher ablehnend gegenüber.

Erst im Jahre 1917 wurde  von der kath. Kirche das Verbot der Kremation aufgehoben. Heute empfiehlt Sie die Erdbestattung. Eine Feuerbestattung ist unter der Voraussetzung erlaubt, dass man die Kremation nicht durchführt um damit auszudrücken, den Glauben zu leugnen.

Heutzutage sind mehr als die Hälfte aller Beisetzungen in der Bundesrepublik Deutschland Feuerbestattungen mit anschließender Urnenbeisetzung. Für diese starke Zunahme spielt vor allem der günstigere Preis der Kremation als auch die hygienischen Überlegungen eine Rolle. Hinzu kommen moderne Bestattungsarten wie die Waldbestattung, Seebestattung, Wiesenbestattung usw.

Da für diese Bestattungsarten allesamt die Feuerbestattung Grundvoraussetzung ist, trägt dies entscheidend zu einer steigenden Zahl an Feuerbestattungen bei.

Gesetzliche Regelungen

In der Bundesrepublik Deutschland bestimmen das Bestattungsrecht (öffentliches Recht) und die kommunalen Satzungen (Friedhofsrecht) die ordnungsgemäße Beisetzung eines Verstorbenen. Sie wird durch Landesgesetze geregelt, was bedeutet, dass es keine bundeseinheitlichen Regelungen und Gesetze gibt. Für die Feuerbestattung wird eine zusätzliche Leichenschau durch einen Amtsarzt gefordert. Diese wird meist im Krematorium durchgeführt. Des Weiteren wird von der Polizei eine Unbedenklichkeitsbescheinigung benötigt. Diese Vorschriften haben den Grund, dass  die Identität des Verstorbenen zweifelsfrei feststehen muss. Des Weiteren können nach einer Kremation keine Rückschlüsse mehr auf die Todesart gemacht werden. Durch diese Amtliche Bescheinigung wird der Verstorbene für eine Feuerbestattung freigegeben und kann kremiert werden.

Durchführung der Kremation

In Der Bundesrepublik Deutschland wird eine Einäscherung grundsätzlich nur in den dafür vorhergesehenen Krematorien durchgeführt. Eine Kremation unter freiem Himmel ist nicht gestattet. Nach dem Beratungsgespräch mit dem Bestatter Ihres Vertrauens wird der Verstorbene eingebettet und hergerichtet.

Danach wird der Verstorbene durch das Bestattungsinstitut in das Krematorium überführt. Hier verbleibt der Leichnam in einer Kühlzelle bis alle notwendigen Papiere vorhanden sind. Darauffolgend wird ein Amtsarzt eine Amtsärztliche Leichenschau durchführen. Diese dient einerseits dazu die Identität des Verstorbenen zweifelsfrei zuzuordnen sowie eine unnatürliche Todesart auszuschließen.

Nach diesem Termin wird die Kremation durchgeführt. Dazu wird ein Schamottestein dem Leichnam beigelegt der eine zweifelsfreie Identifizierung ermöglicht. Dann wird der Sarg mit dem Leichnam in einen Muffeloffen gefahren. Dieser wurde bereits auf ca. 900°C vorgeheizt was bedeutet, dass sich der Sarg nach dem Einführen von selbst entzündet. In der ersten Phase die zirka 45 Minuten andauert wird die Verbrennung nur durch zusätzliche warme Luft unterstützt. Erst nach dieser Zeit wird der Ofen auf ca. 1.200°C geheizt. Dadurch werden verbliebende Bestandteile verascht. Aufgrund dieser hohen Temperatur verbleiben nur mineralische Knochenbestandteile. Die Knochenreste und Zähne werden gemahlen und mit der Asche in eine Aschekapsel gefüllt. Der gesamte Vorgang dauert im Schnitt ca. 1,5-2,5 Stunden.

Durch den Schamottestein sowie durch die Einprägung von den persönlichen Daten des Verstorbenen auf der Aschekapsel ist eine Verwechslung der sterblichen Überreste ausgeschlossen. 

Wahl des Sarges & Co.

Sargmodell

Wie auch bei vielen anderen Dingen im Leben ist die Wahl des Sargmodells eine Wahl des persönlichen Geschmacks. Kiefer, Eiche oder Pappel: Je nach Holzart und Verarbeitung des Sarges schwankt der Preis immens. Zwischen ca. 600 Euro und bis zu mehreren Tausend für einen Sarg sind möglich und müssen eingeplant werden. Selbstverständlich ist die Grenze nach oben hin offen.

Da jedoch der Sarg oft nur für die Kremation verwendet wird und die Trauerfeier meist erst nach der Einäscherung an der Urne stattfindet, gilt es zu überlegen, ob nicht ein einfacher und schlichter Sarg genügt.

Man muss bedenken dass eine Überurne auch Geld kostet und das Budget belastet.

Deckengarnitur

Unter einer Deckengarnitur versteht man das Kopfkissen sowie die Decke, mit der die verstorbene Person bedeckt wird. Diese sind farblich meist in Weiß, Beige, Silber oder Gold gehalten und unterscheiden sich nur durch das Design.

Meine persönliche Empfehlung ist eine weiße Deckengarnitur für Männer sowie eine goldfarbene Deckengarnitur für Frauen. Da dies jedoch reine Geschmackssache ist, stellt meine Meinung dazu natürlich nur eine persönliche Empfehlung dar.

Talar oder eigene Kleidung

Kein anderes Thema beschäftigt mich so sehr wie dieses. Oft bekomme ich von Dritten geschrieben, dass ein Bestatter sagen würde, dass eigene Kleidung nicht möglich wäre oder sie sogar verboten sei. Bei einer Feuerbestattung sind die heutigen Krematorien meist mit modernen Filtersystemen ausgestattet, sodass hier keine verbietenden Gründe zugrunde liegen. Sollte das Krematorium jedoch keine Einäscherung aufgrund des Emissionsausstosses genehmigen besteht immer noch die Möglichkeit, auf ein umliegendes Krematorium auszuweichen.

Meist ist es jedoch die Bequemlichkeit, denn ein Talar ist schnell angezogen und bereitet keine großen Umstände. Bei eigener Kleidung benötigt man mehr Zeit, um die Person herzurichten.

Deshalb nochmals der Hinweis, lassen Sie sich, falls der Bestatter sagt, es wäre nicht möglich, die genauen Gründe nennen. Falls Sie Zweifel haben, fragen Sie einen anderen Bestatter in der Umgebung oder fragen Sie bei der Kommune nach. Eigene Kleidung ist ein Teil des Menschen und ihr sollte deshalb immer dem Talar der Vorzug gegeben werden! Auch wenn ein Talar oft empfohlen wird.

Tipps von Sebastian Götz

– Viele Angehörige möchten persönliche Erinnerungsstücke dem Verstorbenen beigeben, z. B. Bilder, CDs, Blumen oder Briefe. Oftmals ist dies möglich. Geben Sie die Sachen dem Bestatter Ihres Vertrauens bei der Abholung oder dem nachfolgenden Beratungsgespräch mit.

– Oft bemerke ich, dass Angehörige nur die „halbe“ Kleidung abgeben. Manchmal wird von dem Bestatter auch mitgeteilt, dass persönliche Kleidung nicht erlaubt sei … Selbstverständlich kann ein Verstorbener meist komplett angekleidet werden (siehe oben), inklusive Schuhe etc.

– Auch bei einer Feuerbestattung besteht selbstverständlich die Möglichkeit vor der Kremation eine offene Aufbahrung zu ermöglichen oder eine Trauerfeier am Sarg zu halten. Durch die Wahl der Feuerbestattung sind Sie also nicht auf eine reine Urnentrauerfeier angewiesen. Diese Möglichkeit wird aus Erfahrung sehr gerne von Angehörigen  angenommen.